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Wenn Trainings und Coachings plötzlich virtuell stattfinden

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Nicole Strausak | Senior Expert

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20.05.2020

time

3 min.

Viele Unternehmen setzen auf Trainings und Coachings für die interne Wissensvermittlung. Mitarbeitende werden regelmässig geschult, weiterentwickelt und individuell begleitet, sei dies zur Jobeinführung für neue Mitarbeitende oder beim Start in einer neuen Funktion innerhalb der Unternehmung oder einfach als Training «on the Job» zur allgemeinen Weiterbildung im aktuellen Job. Diese Art der Aus- und Weiterbildung ist sehr effektiv, da sie individuell auf die persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen ausgerichtet und zugeschnitten ist. In kleinen oder grösseren Gruppen wird das entsprechende Wissen und Know-how gemeinsam erarbeitet und auf diese Weise weit besser verinnerlicht, als wenn jeder für sich allein «im stillen Kämmerchen» lernt.

Diese Art der Aus- und Weiterbildung ist sehr effektiv, da sie individuell auf die persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen ausgerichtet und zugeschnitten ist.

Gerade im Falle von Schulungen, bei denen es darum geht, die Fähigkeiten für den Kontakt mit Kunden zu verbessern, also beispielsweise Kommunikationsschulungen und ähnliches, ist es kaum vorstellbar, auf den gemeinsamen und persönlichen Unterricht mit Rollenspielen und Gruppenarbeiten zu verzichten. Ganz im Gegensatz zum Beispiel zu einer Software-Schulung, wo nur reines «Funktionswissen» vermittelt werden muss, was die Lernenden gut für sich selbst erarbeiten können, auch online.

Neue Situationen erfordern neue Lösungen

Mit den Restriktionen der Corona-Krise, die den persönlichen Umgang und Schulungen in Gruppen vom einen Tag auf den anderen unmöglich machten, sehen sich Unternehmen, die ihre Mitarbeiter selbst regelmässig in interpersonellen Skills schulen, unvermittelt vor eine grosse Herausforderung gestellt. Wie sollen die interaktiven Workshops nun durchgeführt werden? Wie lassen sich Kommunikationstrainings abhalten? Und Leadership-Schulungen? Hier sind nun ganz neue und kreative Lösungen gefragt.

Da persönliche Kontakte nur noch sehr eingeschränkt möglich sind, müssen die Schulungen kurz- und mittelfristig wohl oder übel in den virtuellen Raum verlegt werden, wenn man sie nicht komplett absagen will, was in vielen Fällen sicherlich zu einer Beeinträchtigung der Arbeit führen würde.

Will man keine Abstriche bei der Trainingsqualität machen, ist es also nicht ganz so einfach, ein solches Coaching oder Training so zu transformieren, ...

Es ist gut nachzuvollziehen, dass hierbei 1:1 Coachings und Schulungen, die eher auf Frontalunterricht basieren, einfacher mithilfe einer Videokonferenz durchführbar sind als Trainings, die interaktiv aufgebaut sind und das Zusammenwirken verschiedener Schulungsteilnehmer bedingen. In solchen interaktiven Schulungen spielt auch der Coach, bzw. Trainingsleiter, häufig eine sehr wichtige Rolle und prägt mit seiner Erfahrung und Menschenkenntnis die Trainingsergebnisse massgeblich und nachhaltig, da er interaktiv auf individuelle Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen kann, was im virtuellen Raum ohne direkten Kontakt weitaus schwieriger ist. Will man keine Abstriche bei der Trainingsqualität machen, ist es also nicht ganz so einfach, ein solches Coaching oder Training so zu transformieren, dass die Ergebnisse wenigstens annähernd so gut sind wie bei der traditionellen Schulung.

Welches ist virtuell die richtige Trainingsform?

Hier gilt es, für jede Trainingsform vorgängig zu definieren, welche Faktoren für den Schulungserfolg massgeblich und unverzichtbar sind, bevor man den Transfer in die virtuelle Welt plant und vornimmt. Zudem muss dabei auch berücksichtigt werden, dass nicht jedes Unternehmen gleich gut vorbereitet ist, wenn es um Zusammenarbeit und Kommunikation auf digitalen Kanälen geht. Nicht überall sind die entsprechenden Tools und Software für die neuesten Technologien bereits im Einsatz und für alle Mitarbeitenden zugänglich.

Hier kommen die drei Dimensionen «Mensch», «Organisation» und «Technik» und ihr Zusammenwirken untereinander ins Spiel. Meine Erfahrungen, die ich in den vergangenen Wochen unter den Corona-Restriktionen sammeln konnte, haben mir deutlich gezeigt, dass bei der Realisation jedes virtuellen Schulungs- oder Coaching-Angebots vorab folgende Fragen gestellt werden sollten, wenn man gute Resultate erzielen möchte:

Faktor Mensch

  • Wer sind die Teilnehmer meiner Schulung, meines Coachings und welche Merkmale/Eigenheiten/Charakteristiken zeichnen sie aus, die berücksichtigt werden sollten?
  • Wie schaffe ich für die Schulung ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, obwohl die Teilnehmer alle im Home Office sitzen und räumlich getrennt sind?
  • Wie gebe ich jedem Teilnehmer die Möglichkeit, sich ins Training einzubringen?
  • Welche Anforderungen stellt das Training an mich als durchführende Person bzw. Funktion?
  • Wie lange darf das Training dauern, dass sich die Teilnehmer noch konzentrieren können? Wann muss ich Pausen einbauen?

Faktor Organisation

  • Wie ist der Ablauf des Formats normalerweise und wie kann ich diese Programmpunkte praktisch auf das neue Format übertragen?
  • Wie kann ich sinnvoll zwischen interaktiven und informativen Inhalten abwechseln?
  • Wie stelle ich sicher, dass das Training nicht zeitlich ausufert – Stichwort Time-keeping?
  • Wie erreiche ich, dass alle Teilnehmenden in gleichem oder zumindest ähnlichem Masse ins Training involviert werden wie bei einer Schulung vor Ort, sodass keiner «im Off» vergessen geht?
  • Wie kann ich Break-out Sessions und Gruppenarbeiten im Team virtuell optimal umsetzen?

Faktor Technik

  • Welche Online-Tools sind in meinem Unternehmen schon im Einsatz und stehen sie den Mitarbeitenden mit den notwendigen Nutzungsrechten und Lizenzen zur freien Verfügung?
  • Welche Anforderungen und Funktionen muss das gewählte Tool erfüllen, um die Umsetzung der Schulungspläne und Trainingsinhalte realisieren zu können?
  • Welche Software nutze ich für den Austausch zwischen den Teilnehmern und dem Trainingsleiter? (Videotelefonie, Chat), welche für die Gruppenarbeiten bzw. die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmern?
  • Was benötige ich zusätzlich, um einen reibungslosen Ablauf der Schulung zu gewährleisten? (Schulungsmaterialien, Kommunikationsmittel, Geräte…)


Die praktische Umsetzung – besser alleine oder mit professioneller Unterstützung?

Das sind nur einige der zahlreichen Fragen und Abklärungen, die jedem begegnen werden, der ein Training oder Coaching virtuell umsetzen möchte. Sicherlich wurden Sie auch schon mit solchen Fragestellungen konfrontiert! Die Antworten auf diese Fragen können sehr individuell ausfallen. Jedes Training- oder Coaching-Format zeichnet sich durch ganz individuelle Faktoren und Anforderungen aus, welche die drei Dimensionen und ihre Bereiche unterschiedlich stark tangieren.

Ich hoffe, die obigen Fragestellungen geben Ihnen Ideen und Impulse für die Erarbeitung von eigenen online Trainings-Formaten. Sehr gerne teile ich meine eigenen Erfahrungen, die ich während mittlerweile zahlreichen Umsetzungen von Trainingsprogrammen in den vergangenen Wochen machen konnte, mit Ihnen und unterstütze Sie dabei, Ihre eigenen Schulungsformen und individuellen Formate schnell und effizient umzusetzen.

Ich würde mich freuen, mit Ihnen zusammen Ihr ganz persönliches Online-Trainings-Format zu erarbeiten.

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Nicole Strausak | Senior Expert

Nicole Strausak | Senior Expert

Nicole Strausak verfügt über 13 Jahre operative Erfahrung im Aufbau, in der Steuerung und der Führung von Kundenservice-Organisationen. Neben ihrer grossen Umsetzungserfahrung bringt sie auch fundierte Kenntnisse in der Führung von Transformations-Prozessen mit. Bei PIDAS berät sie als Expertin für die Begleitung von Veränderungsvorhaben und die Entwicklung von nachhaltigen Trainingsprogrammen.

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